Rechtsanwältin Gudrun Fuchs - Mandanteninformation Winter 1998/1999



1. Mietrecht

Wenn eine vermietete Wohnung verkauft wird, hat der Mietvertrag weiterhin Gültigkeit. Das OLG Naumburg hatte jetzt darüber zu entscheiden, wer die im voraus entrichteten Nebenkosten zurückzuerstatten hat, wenn sich bei der Abrechnung eine Rückzahlungsverpflichtung des Vermieters ergibt. Hiernach hat der neue Vermieter die Nebenkosten zurückzuzahlen. Der Mieter muß sich also an den neuen Vermieter wenden.

2. Bankrecht

Wenn Eheleute bei einer Bank ein Wertpapierdepot anlegen, geschieht dies in der Regel in Form eines Oder - Depots. Das heißt, daß jeder Ehegatte ohne Zustimmung des anderen Ehegatten die Wertpapiere verkaufen kann.
Hierzu hat das OLG Düsseldorf entschieden, daß für den Fall, daß ein Ehegatte den gesamten Bestand eines Oder - Depots veräußert und sich den Veräußerungserlös auszahlen läßt, den Erlös zur Hälfte an den anderen Ehegatten ausbezahlen muß. Etwas anderes würde sich nur dann ergeben, wenn die Eheleute dies ausdrücklich vereinbart haben.

3. Reiserecht

Wenn Sie für den Winterurlaub eine Pauschalreise gebucht haben, können folgende Urteile für Sie wichtig werden.

3.1. Rücktritt vom Reisevertrag

Wenn sich der Reisepreis um mehr als 5% erhöht oder wenn eine erhebliche Änderung der Reise eintreten soll, kann man vom Vertrag zurücktreten. In einem jetzt vom Landgericht Frankfurt am Main entschiedenen Fall hatte die Klägerin eine Reise zum Gardasee gebucht. Kurz vor Reiseantritt übersandte der Reiseveranstalter eine Reisebestätigung in der statt der Fahrt mit dem Komfortbus eine Beförderung mit dem Liegewagen vorgesehen war, bei der die Klägerin mehrmals umsteigen mußte. Daraufhin stornierte die Klägerin die Reise und machte außerdem Schadensersatz wegen vertaner Urlaubszeit geltend. Das Landgericht gab ihr Recht. Für jeden vertanen Urlaubstag wurden pauschal DM 130,00 angesetzt. Da die Klägerin jedoch ihren Urlaub zu Hause verbrachte und somit noch eine gewisse Erholung gewährleistet war, ermäßigte sich dieser Betrag um die Hälfte auf DM 65,00 pro Tag.

3.2. Minderung des Reisepreises

Wenn bei der Reise ein Mangel vorliegt, kann man grundsätzlich einen Teil des Reisepreises zurückverlangen (mindern). Der Reisende muß den Mangel jedoch unverzüglich noch am Urlaubsort der Reiseleitung anzeigen und dem Reiseveranstalter die Möglichkeit geben, den Mangel zu beheben. In einem jetzt vom Amtsgericht Kleve entschiedenen Fall hatte die Klägerin Minderung des Reisepreises verlangt, weil der im Katalog angekündigte "Kinderminiclub" gefehlt hatte, und weil der Strand verunreinigt war. Nachdem sie den Mangel bei der Reiseleiterin angezeigt hatte, hatte die Reiseleiterin ihr vorgeschlagen, daß die Klägerin mit ihrem Kind in ein anderes Hotel umziehen könne. Dies hat die Klägerin ohne jede Begründung abgelehnt. Nach Auffassung des Gerichts war eine Minderung des Reisepreises nicht rechtens, da es der Klägerin zuzumuten gewesen wäre, in ein anderes Hotel umzuziehen.

4. Sozialrecht

Nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts können frühere Beamtinnen, die wegen ihrer Eheschließung aus dem Beamtenverhältnis ausgeschieden sind und danach eine versicherungspflichtige Beschäftigung aufgenommen haben, für den Zeitraum, für den ihre Versorgungsbezüge abgefunden wurden, Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung nachentrichten, damit sie einen höheren Anspruch auf Rente erlangen. Dies gilt auch, wenn diese Beamtinnen bereits das 65. Lebensjahr vollendet haben.

5. Restschuldbefreiung für Privatpersonen und Kleinunternehmer

Am 01.01.1999 tritt die neue Insolvenzordnung in Kraft. Hierdurch wird erstmals für hochverschuldete Privatpersonen die Möglichkeit geschaffen, ihre Schulden durch eine Restschuldbefreiung zu bereinigen. Falls Sie selbst oder einer Ihrer Bekannten Interesse haben, übersende ich Ihnen gerne ein Merkblatt hierzu.


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© Rechtsanwältin Gudrun Fuchs, Regensburg